Mit unserem Landy geht es nun von Invercargill wieder weiter Richtung Norden. In Queenstown machen wir einen kleinen Abstecher in einen
Angelshop, den wir vor ein paar Tagen dort gesehen haben. Steffen will sich nämlich eine kleine Angel kaufen um kleinere Fische in Flüssen, Seen oder auch vom Meeresufer zu angeln. Eine große
Meeresangel haben wir ja dabei, die ist bis jetzt aber noch nicht zum Einsatz gekommen. Nach dem Kauf der Angel geht es weiter über Cromwell zum Lake Hawea, wo wir uns ein
idyllisches Übernachtungsplätzchen direkt am Ufer aussuchen. Gut, daß wir einen Geländewagen haben - so sind wir da unten ungestört. Steffen macht sich sogleich auf die Socken um sein
Angelglück auszuprobieren. Was soll ich sagen-etwa 2 Stunden später haben wir Hühnchen mit Reis gegessen. Das sollte über sein Angelglück genug Aussage sein, oder? Wir treffen noch ein junges
Paar aus Schweden, das leider auch kein Angelglück hatte - obwohl er professioneller als wir (sogar mit Fliegenangel) unterwegs war. Seiner Meinung lag es daran, daß der Wind zu stark war - na
wenn das keine Entschuldigung ist? Am nächsten Morgen geht es weiter über Wanaka zum Haast Pass und dem Mount Aspiring Nationalpark. Den Mount Aspiring Nationalpark hatten wir ja schon einmal
von Südwesten aus angekratzt, als wir die 1. Etappe des Routeburn-Tracks versucht haben. Am Haast Pass besuchen wir die berühmten Blue Pools. Der Besuch dauert aber nur kurz, weil uns die
allgegenwärtigen Sandflies (kleine, ganz fiese Viecher, die aussehen wie harmlose kleine Fliegen aber ganz gemein stechen) nahezu auffressen. Auf dem Weg zum Haast Pass Lookout finden wir einen
mit Moosen überzogenen, märchenhaft aussehenden Südbuchenwald. Langsam lassen wir die Berge hinter uns und erreichen das Dörfchen Haast an der Westküste. Eigentlich wollten wir ein
Stückchen südlich nach Jackson Bay fahren. Da das Wetter aber wunderschön geworden ist, entschließen wir uns, uns gleich
auf den Weg zu den Gletschern im Westland Nationalpark zu machen. Ungefähr auf halber Strecke kommt uns dann völlig
unverhofft ein LKW mit deutschem Kennzeichen und deutscher Flagge entgegen. Sowohl er als auch wir machen eine
Vollbremsung und geben uns per Zeichensprache zu erkennen, daß wir uns auf dem nächsten Parkplatz treffen wollen. Beide
auf dem Parkplatz angekommen, ist das Hallo groß. Weder wir noch Jupp und Doro haben bisher in Neuseeland Fahrzeuge aus
Europa gesehen (so genannte Overlander) und so haben wir uns viel zu fragen und zu erzählen. Jupp und Doro sind schon das
3. Jahr unterwegs. In Ihrem 911er Rundhauber, der mit einer Wohnkabine ausgestattet ist, sind sie bis nach Australien auf dem
Landweg gereist und nach einigen Monaten Neuseeland wollen sie dann nach Südamerika verschiffen. So wie wir es verstanden
haben, wird sich ihre Reise allerdings noch ganz schön weiter ausdehnen. Die beiden haben bisher viel erlebt und haben viel zu
erzählen. Deshalb fahren wir zusammen doch noch nach Jackson Bay und verbringen dort einen gemütlichen Abend unter
freiem Himmel (inklusive ausgiebiger 911er-Besichtigung: Jupp hat sogar ein Zündapp-Moped und eine
Hirschmann-Satellitenschüssel dabei!). Hier zwei Bilder von unseren beiden Expeditionsfahrzeugen: David und Goliath!Während wir uns gegenseitig Geschichten erzählen, erscheinen nach Sonnenuntergang faszinierende Farbübergänge über den
Bergen der Westküste am Himmel. Ich kann nicht anders und mache ein paar Bilder nebenher. Der Abend wird dann
anschließend auch jäh unterbrochen, da die Sandfly-Plage unerträgliche Ausmaße annimmt. Beide Parteien verkriechen sich in
ihren Autos und (versuchen) zu schlafen. Am anderen Morgen tauschen wir noch E-Mailadressen aus und verabschieden uns
voneinander. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder in NZ (oder USA oder Mittelamerika...) -wir würden uns riesig freuen!Während Jupp und Doro über den Haast-Pass wollen, fahren wir nun nochmals Richtung Norden zu den Gletschern. Leider hat
das gute Wetter nicht angehalten und wir fahren in die Wolken. Unser 1. Ziel ist der Fox-Gletscher, der sich noch etwas in der
Sonne zeigt. Wir machen gleich ein Bild, wer weiß wie sich das Wetter entwickelt. Dies sollte sich als weise Entscheidung
erweisen, denn die nächsten 2 Tage ändert sich an der Wetterlage nichts: starke Bewölkung mit gelegentlichem Nieselregen.
Entgegen allen Postkarten und Prospekten (da ist es natürlich immer schön Wetter) soll das Wetter hier aber an den meisten
Tagen des Jahres so sein. Da die Feuchtigkeit über den dichten Regenwald abgegeben wird, kondensiert das Wasser an den
Berghängen der Südlichen Alpen zu Wolken, die dann wiederum an den hohen Bergen hängen bleiben. Das ist wirklich ein
erstaunliches Wetterphänomen, denn Richtung Küste ist blauer Himmel zu erkennen-es kann sich also nur um ein relativ
schmales Wolkenband handeln. Kurz und gut, die nächsten 2-3 Tage bringen wir damit zu, vom Fox Gletscher zum Franz Josef
Gletscher (der heißt so, weil er von einem Österreicher entdeckt wurde und dieser ihm den Namen seines Kaisers gab) und
wieder zurück zu pendeln. Nachdem auch der 3. Versuch am Franzl-Gletscher scheitert (jedes Mal ein ganz schön
anstrengender Marsch über Geröll und auch der Gletscherfluß muß ab und zu überquert werden) geben wir auf. Steffen
fotografiert noch eine Maori-Fruchttaube und einen Maorischnäpper auf dem Parkplatz und wir machen uns auf zum Gillespies Beach Richtung Meer: Dort ist blauer Himmel zu sehen. Und tatsächlich, ein lockerer Sonne-Wolken-Mix erwartet uns an diesem faszinierenden Strandabschnitt. Unmengen von
Baumstämmen und Ästen, die das Meer zu richtigen Skulpturen geschliffen hat, liegen hier am Strand. Ich schnappe gleich
nochmal die Kamera, denn das Wetter wird besser und besser. Steffen will sich indessen unserem Sandfly- und Schnaken-
(hochdeutsch: Stechmücken) Problem annehmen. Zu den fiesen Sandflies kommen hier auch noch die richtig großen Moskitos
dazu-und irgendwie bahnen sich die einen Weg in den Landy. Wie und wo genau wissen wir nicht-sie sind einfach nur da und
piesacken uns die ganze Nacht! Steffen will deshalb im Dachzelt irgendwie unser aus feiner Gaze bestehendes Moskitonetz
dauerhaft befestigen. Hoffentlich kappt es, damit wir wenigstens im Dachzelt vor den Plagegeistern unsere Ruhe haben. Hier
einige Bilder vom Gillespies Beach. Ich habe auch zwei “Strandhäuser mit Meeresblick” entdeckt: Als ich zum Auto zurückkomme (Gillespies Beach hat einen kostenlosen DOC-Campingplatz) unterhält sich Steffen mit zwei Österreichern. Und
siehe da, die Wolken haben sich soweit aufgelöst, daß Steffen einige Aufnahmen vom Mount Tasman mit Alpenglühen machen konnte. Wir
beratschlagen etwas und beschießen am anderen Morgen -wie übrigens auch die Österreicher- zum Lake Matheson zu fahren. Falls die Wolken
verschwunden bleiben, können wir vielleicht eines dieser berümten Bilder mit Spiegelung der Alpenkette im See machen. Steffen hat das
Moskitonetz Gott sei Dank befestigen können und wir schlafen diese Nacht sorgenfrei im Dachzelt.
Am nächsten Morgen geht’s dann schon um 5.00 Uhr raus. Wir müssen noch mindestens 1/2 Stunde zum Parkplatz beim Lake Matheson fahren
und dann auch noch um den halben See herumlaufen. Schließlich wollen wir vor Sonnenaufgang dort sein. Am Parkplatz angekommen, stellt sich
heraus, daß wir beileibe nicht die Einzigen sein werden. Der Parkplatz ist proppenvoll und ein Reisebus ist auch schon da! Geschockt suchen wir
unsere sieben Sachen zusammen und machen uns auf den Weg um den See. Aufgrund unseres beachtlichen Tempos, können wir wenigstens die
Busladung abhängen-aber am Aussichtspunkt angekommen trauen wir unseren Augen kaum. Alles schon voll! Trotzdem ergattern wir irgendwie
noch ein Plätzchen-und die “Hobbyfotografen” haben glücklicherweise auch nicht unsere Geduld. Nach ein Paar Schnappschüssen machen sich die
meisten wieder von dannen... Das Wetter ist einerseits perfekt: windstill für
eine perfekte Spiegelung und ein paar Wolken zur Auflockerung hat es auch. Nur leider werden die Berge um diese Jahreszeit
eher von hinten (Osten) als von vorne oder seitlich beschienen. Die Berge erscheinen also eher nur als Silhouette. Trotzdem sind die Bilder ganz nett geworden, oder?
Da sich immer mehr Wolken bilden und der Himmel bei Erreichen des Parkplatzes schon wieder tief wolkenverhangen ist,
machen wir uns auf den Weg Richtung Norden zum Paparoa National Park und den Pancake Rocks. Während einer
Vesperpause an der Okarito-Lagune stellen wir dann mit Entsetzen fest, daß unsere Solaranlage auf dem Dach nicht
funktioniert. Schon mehrmals dachten wir, daß sie eigentlich laden müsste, haben uns aber noch nichts dabei gedacht, weil der
Sonnenstand nicht ideal war. Nun aber um 12.00 Uhr mittags und vollem Sonnenschein müßte doch etwas gehen! Steffen
untersucht die Kabel und komplette Anschlüsse, mißt sogar mit dem Meßgerät ob Strom fließt. Leider nichts zu machen, die
Solaranlage ist tot- welch eine Katastrophe. Gott sei Dank haben wir noch ein zweites, mobiles Panel. Nun haben wir aber nur
noch 55 Watt Leistung anstatt der geplanten 110. Für einen ganzen Tag stehen und am Laptop arbeiten einfach zu wenig.
Verfluchte sch... Technik - seit Jahren haben wir die Solaranlage auf dem Dachzelt und nie war was. Jetzt sind wir auf großer Reise und die Technik versagt nach und nach.
Wir lassen uns aber nicht unterkriegen und treten unseren Weg zu den Pancake Rocks an. Diese erreichen wir leider etwas
spät am Abend, da die Arbeit an der Solaranlage einige Zeit in Anspruch genommen hat. Wir machen noch einige Bilder von
den wirklich beeindruckenden Pfannkuchen-Felsen im späten Abendlicht und suchen dann den in Punakaiki gelegenen
Campingplatz auf. Trotz des Ärgers über die (versagte) Technik grillen wir uns ein schönes Steak und gönnen uns eine warme
Dusche. Am nächsten Morgen gehts dann nochmal zu den Pfannkuchen. Morgenlicht scheint etwas besser zu sein und wir
machen einge ansehnliche Aufnahmen. Leider bekommen wir kein spektakuläres Blowhole-Bild, bei dem das Wasser in einer großen Fontäne nach oben schießt. Naja, man kann eben nicht alles haben.
Wir beschließen noch eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben, um einiges am Laptop zu arbeiten und etwas zu relaxen.
Gegen Abend wandere ich dann noch ein Stück in die nahegelegene Pororari-Schlucht. Das Wetter ist wieder genial und ich bin
begeistert von diesem Ort, wo zum ersten Mal auch Nikau-Palmen zu sehen sind. Der Paparoa Nationalpark ist überhaupt
absolut überwältigend. Beeindruckende Karstlandschaft mit üppigen Tieflandregenwald, der sich bis an die Küste erstreckt.
Genauso muß es hier überall ausgesehen haben, bevor die ersten schottischen “Pionierfarmer” ihre Füße auf dieses herrliche
Stück Erde gesetzt haben. Am Abend und am nächsten Morgen fahren wir nochmals die Küstenstraße entlang um Aufnahmen von der herrlich zerklüfteten Küste zu machen. Für die nächsten Tage ist schlechteres Wetter angesagt und wir reisen weiter (immer noch Richtung Norden) nach Westport.
Wir decken uns ordentlich mit Lebensmitteln ein und machen uns auf den Weg nach Karamea bzw. dem Oparara-Becken, das
im Kahurangi Nationalpark liegt. Bei Karamea suchen wir uns ein schönes Plätzchen am Strand und Steffen versucht sich mal
wieder beim Angeln. Es sieht alles super aus: das Wetter, seine Angeltechnik und auch sein Einsatz lassen nichts zu
wünschen übrig. Trotzdem wollen die Fische leider nicht beißen und wir hauen uns wieder Mal ein Steak auf den Grill. Nach dem Essen läßt es Steffen keine Ruhe und er muß nochmals nach der Solaranlage schauen. Nach eingehender
Untersuchung ist klar, daß der Schaden nicht zu reparieren ist, denn das Solarpanel an sich ist beschädigt. Irgendwie hatten
wir immer noch gehofft, es liege nur an der Verkabelung... Entweder wurde das Solarpanel beim Packen des Containers
beschädigt (trotz Luftpolsterfolie) oder das viele Öffnen und Schließen des flexiblen Zeltdaches hat dazu geführt, daß das Panel
einen Haarriß in den internen Leiterbahnen bekommen hat. Wenn man auf das Panel draufdrückt fließt jedenfalls Strom, läßt
man los ist wieder tote Hose. Wir können deshalb aus unserer Erfahrung von flexiblen Solarpaneln auf Dachzelten nur abraten.
Kauft auf jeden Fall feste Panels, die sind viel robuster und außerdem sind feste Panels auch noch günstiger! Trotz dieser deprimierenden Erkenntnis fahren wir weiter nach Oparara,
denn dort gibt es Höhlen und Felsbögen mitten im Regenwald. Der Fußweg zum Oparara Arch ist schnell bewältigt. Doch dann stehen wir
etwas ratlos davor: wie sollen wir davon nur ein Bild machen, der ist ja viel zu groß und zu mächtig? Der Felsbogen ist quasi eine Höhle, die 400 m
lang und nahezu 50 m hoch ist. Es bleibt uns nichts anderes übrig als Bilder von innen mit Blick nach außen zu machen-und das ist wirklich
äußerst schwierig. Jeder, der selbst schon solche Bilder gemacht hat, weiß, daß der Bereich innerhalb der Höhle ins Schwarz absäuft und der
Bereich außerhalb total überstrahlt und ausfranst. Wir machen deshalb mehrere Bilder mit verschiedenen Belichtungszeiten, die wir dann später
am Rechner zu einem Bild zusammenfügen wollen (sogenanntes HDR). Dank der digitalen Fotografie geht sowas ja. Früher zu analogen Zeiten
wäre ein solches Bild nicht machbar gewesen. Trotzdem ist die Höhle sehr beeindruckend und es befinden sich sogar Tropfsteine darin.
Am nächsten morgen gehts dann zum Moria Gate Arch. Der Weg führt durch tollen Regenwald mit vielen Baumfarnen und auch der Arch ist sehr fotogen. Am selben Tag fahren wir noch ab und versuchen in Westport im Internetcafe unseren Laptop einzustöpseln um die Webseite
hochzuladen. Leider (wieder mal) erfolglos, denn die Dame ist nicht in der Lage uns den Port freizugeben. Es ist uns immer
wieder ein Rätsel, welche Leute allemal ein Internet-Cafe führen. Absolut keine Ahnung von Computern! Naja, was will man auch
verlangen, wenn im selben “Laden” auch Jagdbedarf neben Knieschonern verkauft wird! Wenn wir schon mal beim Thema sind:
der Grund, weshalb unsere Reiseberichte manchmal verspätet online gehen ist nicht, daß wir unseren A.... nicht hochkriegen.
Meistens finden wir einfach keine Möglichkeit, unser Laptop einzustecken. Das geht nur in “richtigen” Internet-Cafes, die es leider nur in den größeren
Städten gibt. Aber genug geklagt-wir machen uns auf den Weg nach Nelson um dort nochmals unser Glück zu versuchen. Nach einer reizvollen
Fahrt durch die Buller Gorge erreichen wir am nächsten Tag Nelson und finden auch ein Internet-Cafe bei dem alles problemlos klappt und sogar
unser Outlook funktioniert (!) Wir können unser Glück kaum fassen! Der Tag ist gerettet und wir fahren bei Regenwetter in den Abel Tasman
Nationalpark, genauer gesagt nach Totaranui. Da der DOC-Campingplatz dort 12,-- NZ-Dollar pro Person kosten soll (obwohl er nichtmals Duschen
hat) entschließen wir uns “wild” zu übernachten und nehmen uns vor am nächsten Tag auf dem Holiday-Park in Pohara einzuschecken. Bei
Regenwetter können wir am Rechner arbeiten und uns mal wieder warme Duschen gönnen. Da es am nächsten Tag immer noch regnet, machen wir eben dies und arbeiten für ein paar Stunden im
eigens dafür vorgesehenen Internet und TV-Room (das ganze übrigens für 16,-- NZ-Dollar pro Person). Da das Wetter sich zum
Abend erheblich bessert, mache ich mich auf den Weg zum Strand und kann einige ganz gute Lichtstimmungen am Pohara Beach einfangen (nach Sonnenuntergang).
Am nächsten Morgen strahlt wieder die Sonne vom Himmel und wir machen uns nochmals auf die Holperstrecke nach Totaranui. Hier ein paar Eindrücke vom Strand: Nach einem gemütlichen Mittagessen (Grillwürstchen und Salat) machen wir uns auf den Weg Richtung Norden zum Cape
Farewell. Unterwegs halten wir bei den Pupu Springs, denn wir haben gehört (und auch auf Webseiten gelesen) daß im
wahnsinnig klaren Wasser der Quellen getaucht und geschnorchelt werden kann. Wir wollen die Gegend inspizieren um zu
sehen, ob wir Halb/Halb-Aufnahmen mit unserem Unterwassergehäuse machen können. Die Quellen sind toll, doch unsere
Hoffnung auf Aufnahmen schwindet schnell. Das Tauchen, Schnorcheln und Baden ist nicht mehr erlaubt. Aber nicht nur das:
es darf absolut kein Gegenstand von außen ins Wasser gebracht werden, aus Angst vor der gefährlichen Didymo-Alge. Diese
sich rasant verbreitende Alge in neuseeländischen Flüssen und Seen ist in der Tat sehr gefählich und wir wollen auch nichts
riskieren. Da unser Unterwassergehäuse aber nur ein Mal im Einsatz war -und das auch noch im Salzwasser, wo es kein
Didymo gibt- bestünde von unserer Seite absolut keine Gefahr. Wir beschließen deshalb beim DOC nach einer Ausnahmegenehmigung zu fragen.
Da wir aber die Felsbögen am Wharariki Beach fotografieren möchten, fahren wir weiter und kommen gerade noch rechzeitig für
das letzte Abendlicht an. Während die Sonne untergeht, bilden sich Wolken am Horizont und sagenhafte Lichtstimmungen
entstehen. Da die Felsen jetzt mehr von der Seite als von vorne angestrahlt werden, werden wir am nächsten Morgen ganz früh
nochmals herkommen. Wir übernachten auf dem Parkplatz und machen uns am nächsten morgen quasi noch bei Dunkelheit
auf den 20-minütigen Marsch zum Strand. Es gelingen einige schöne Aufnahmen und auch die weißen Sanddünen bieten tolle Fotomotive. Auf der Rückfahrt nach Takaka halten wir nochmals bei den Pupu Springs um ein paar Überwasser-Bilder zumachen (s.o.). Die
sind natürlich nicht annähernd so gut wie Unterwasser- oder Halb/Halb-Aufnahmen gewesen wären. Am Parkplatz treffen wir
zufällig zwei Ranger, die bei den Pupu Springs “Streife” laufen. Wir packen die Gelegenheit beim Schopfe und bringen unser
Anliegen vor. Obwohl wir uns gut mit ihnen unterhalten, dürfen wir keine Aufnahmen machen. Es ginge hier ums Prinzip und
wenn uns die anderen Besucher sehen gäbe es nur Ärger. Schade-also keine Halb-Halb-Aufnahmen von den Pupu-Springs, dafür eine von Überwasser. Unsere Fahrt geht wieder über Nelson diesmal weiter zu den Marlborough
Sounds. Wir fahren die kurvenreiche Straße, die sich entlang des Kenepuru Sound schlängelt. Bald macht sich Frustration breit, weil nahezu
keine Ausblicke zum Sound hin möglich sind- zuviel Gebüsch oder Häuser sind im Weg. Außerdem haben wir uns diese Gegend irgendwie einsamer
vorgestellt. Entlang der Straße reiht sich ein Ferienhaus und ein Hotel an das andere. Überall ankern Boote oder befinden sich Stege, die unser Bild
von den menschenleeren Marlborough Sounds zerstören. Weiter zerstören Fichten- und Kiefernplantagen, die den heimischen Regenwald verdrängen,
die Idylle. Abgeholzte Hänge sind die unschöne Folge davon. Kurz vor Sonnenuntergang finden wir dann aber noch ein schönes Plätzchen.
Erleichtert können wir einige schöne Bilder von der untergehenden Sonne über dem Kenepuru Sound machen. Schon bei Dunkelheit reisen wir noch
auf dem nächstgelegenen DOC-Campground ein-der erste übrigens mit WC anstatt “Donnerbalken”.
Am nächsten Morgen geht es auf der Kenepuru Sound-Straße zurück zur
Mistletoe Bay. Hier gehen einige Wanderwege ab: unter anderem beginnt hier eine Etappe des berühmten Queen Charlotte Tracks und auch der
Hilltop Track. Der letztere soll in 1 1/2 Stunden auf einen Berg führen von dem man einen tollen Rundumblick haben soll. Der ziemlich steile, stetig
bergan führenden Track windet sich in 1 1/2 Stunden durch Wald auf den besagten Berg. Und tatsächlich: Auf Kenepuru und Queen Charlotte Sound
hat man einen guten Ausblick. Von hier aus sind jetzt auch wieder gut sämtliche Häuser und Boote zu erkennen.
Bergab geht es schneller und in einer guten halben Stunde bin ich wieder
am Auto. Wir fahren anschließend auf dem Queen Charlotte Drive weiter den Queen Charlotte Sound entlang. Es bieten sich einige gute Ausblicke,
jedoch wird leider das Wetter schlechter. Eine leichte Wolkendecke schiebt sich vor die Sonne und macht gute Aufnahmen
unmöglich. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren nach Picton um einzukaufen und unser Fährticket für die Überquerung der
Cook Strait (zurück nach Wellington auf die Nordinsel) bei Bluebridge zu buchen. Eigentlich wollten wir in der
Touristeninformation in Picton noch unsere E-mails abrufen, doch da wir zu spät ankamen (ca. 17.30 Uhr) war dies leider nicht
mehr möglich. Am nächsten Morgen versuchen wir unser Glück nochmals: Empfangen können wir, aber mit dem Schreiben hapert es wieder. Da sich das Wetter zum Nachmittag wieder bessert fahren wir nochmal
den Queen Charlotte Drive und machen noch einige Bilder vom Queen Charlotte Sound.
Unsere Fähre fährt am Freitag, 29.02.08 um 8.00 Uhr morgens (check-in
7.00 Uhr) in Picton ab. Etwas betrübt verlassen wir die Südinsel, die uns wirklich sehr gefallen hat. Aber wir blicken nach vorne-Nordinsel wir kommen!
Zum Schluß noch eine Nachricht an unser Patenkind Carla. Wir wünschen Dir alles Gute zu Deiner Konfirmation und einen wunderschönen Tag. Wir
denken an Dich! (Hoffentlich passiert Dir keine Panne wie Deinem Vater bei seiner Konfirmation). |