(Heute einmal ein Bericht von Steffen)G’ day mates! Willkommen in Australien! Die Einreise nach Australien ist kein Problem. Wir haben alle Dinge, die für
die Einreise nach Australien kritisch sind, fein säuberlich auf einem Zettel aufgeführt. Mit diesem Zettel werden wir gleich an einen Beamten der
Quarantäne weitergeleitet. Das ist hier, wie auch in Neuseeland, üblich, wenn man z.B. ein Zelt mit sich führt. Der Beamte fragt uns, was wir alles dabei
haben. Wir zählen die Dinge auf und bereiten uns schon auf das Auspacken vor. Aber der Beamte fragt uns nur, ob wir auch alles schön geputzt haben.
Wir bejahen die Frage, und er läßt uns durch. Das war ja einfach... Hoffentlich geht das dann mit dem Landy auch so unproblematisch!
Wir nehmen unseren Mietwagen in Empfang und fahren aus der Stadt. Da unser Versuch, von zu Hause aus einen Holidaypark zu reservieren,
gescheitert ist, haben wir uns ein großes Auto reserviert, und in dem übernachten wir nun auf einem Parkplatz in Sunbury. Warum gescheitert?
Nun, wir hatten bei Apollo Garden in Melbourne vor unserer Reise nach einem Zeltplatz für 5 Tage angefragt. Die unglaubliche Antwort war: Nein, wir können
euch nicht nehmen, da das Aufbauen des Zeltes um diese Uhrzeit zu viel Lärm macht, und die anderen Camper stören könnte. Aber sie hätten noch Cabins... Das ist ja sehr löblich!
Nur, unsere Ankunftszeit am Platz hatten wir mit 20:00 Uhr angegeben, und der Park ist in der Stadt Melbourne, nicht weit weg vom Flughafen! Also nicht
gerade ein ruhiges Eck. Ich erinnere mich auch an keinen Holidaypark, wo um 20:00 Uhr Nachtruhe war. Wir hatten ihm dann zurückgeschrieben, daß wir natürlich um 20:00 Uhr zu so
später Stunde keinen benachbarten Camper mit dem Einschlagen von 6 Häringen stören möchten und daß wir uns daher anders orientiert haben. Die
hatten keine Ahnung, wieviel Geld denen dadurch durch die Lappen ging. Wir wußen es damals allerdings auch noch nicht. Aber darüber später...
Der erste Eindruck, den wir also von zu Hause über Australien nach Australien mitgebracht haben, ist daher kein sehr positiver.
Die Nacht in Sunbury haben wir gut in unserem Mietwagen verbracht. Nach dem wir Geld geholt und eingekauft haben, gehen wir
in die dort gelegene Touristeninformation. Und waren gefangen. Zwei ältere Herren hatten schon den ganzen Morgen auf
Kundschaft gewartet, und da kommen wir! Wir werden parallel in einem Slang zugetextet, es ist das wahre Vergnügen - für die
beiden. Nachdem wir mit sämtlichen Informationen ausgestattet sind (incl. der gesamten Geschichte der Stadt, der persönlichen
Familiengeschichten seit 1803, wo welche Brüder, Söhne, Töchter und Enkel wohnen und sämtlichen Kriegsschauplätzen in der
Umgebung) werden wir noch mit den Worten “wir Australier sind halt einfach freundlich, manchmal vieleicht etwas zu freundlich”, verabschiedet. Aha!
Unter anderem ist bei den Informationsbroschüren auch eine Liste mit Campingplätzen und Holidayparks und den ungefähren
Preisen dabei. Gott sei Dank haben wir mit dem Mietwagen gleich ein Navi mitgeordert! So geben wir einfach die Adresse des
Holidayparks ein, und eine nette Australierin sagt uns den Weg an. Wir versuchen es mal mit dem billigsten. Wir fragen an der
Rezeption nach einer Möglichkeit für 5 Tage hier zu übernachten. “Leider nehmen wir nur Leute ab 6 Wochen Aufenthaltsdauer”
bekommen wir zur Antwort. Beim hinausgehen schauen wir die anderen Wartenden an und sind uns auf einen Schlag bewußt,
daß wir froh sein können, hier nicht bleiben zu “dürfen”. Hier wären wir ohne Komplettdesinfektion nicht in eine Dusche oder ein
Klo gegangen. Also bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns nach einem teureren umzuschauen. Unser nächster Versuch
bringt uns zum Ashley Garden Big4 Holidaypark (*****). Hier ist alles kein Problem. Wir beziehen einen Platz mit unserem Zelt
und konzentrieren uns nun auf die Angelegenheiten, die wichtig sind. In drei Tagen müssen wir unser Auto am Flughafen abgeben.
Somit gilt es, einen neuen Autoverleiher zu finden, nach Möglichkeit einen billigeren. In der Nachbarschaft zum Holidaypark gibt es
viele. Auch ist gleich nebenan ein Supermarkt, Geldautomat und alles, was man zum Leben braucht. Strategisch günstig!
Nachdem wir die unterschiedlichsten Autovermieter abgeklappert haben zeigt sich, daß alle ungefähr gleichviel kosten, so um die
60 AUD incl. Versicherung. Somit entscheiden wir uns, auch aufgrund des schlechten Wetters und der eiskalten Nächte, aber
auch wegen des Lärms der einfliegenden Flugzeuge, Autos und LKWs, das Auto abzugeben und uns hier eine Cabin zu nehmen. “Das Einschlagen der Häringe um 20:00 Uhr ist zu laut”, Yeeez!
Es gibt noch viel zu tun bis zur Abgabe des Fahrzeugs. Wir fahren bei Fa. Dart, dem Agent für die Autoverschiffung, vorbei. Dank
dem Navi relativ unproblematisch. Relativ deshalb, weil die Straße auf der internen Karte nicht vorhanden ist. Wir geben unsere
Unterlagen dort ab (Carnet, Bill of lading, Packliste etc.) und fahren wieder auf direktestem Weg zurück. Nach diesen Erfahrungen
entscheiden wir uns, uns auch ein Navi zu kaufen. Wir sehen ein, daß wir hier ohne dem elektronischen Helferlein in der riesigen
Stadt total verloren gehen. Schließlich schaffen wir es sogar, uns in Stuttgart zu verfahren. Gesagt getan. Nun ist ein Garmin Nüvi
mit aktueller Australienkarte unser ständiger Begleiter. Und da ist sogar eine nette deutschsprechende Dame drin. Schön mal
wieder deutsch zu hören. Wir beziehen unsere Cabin (2 Betten, ein Sofa und ein Fernseher für mich und eine Küche für Alex)
geben unser Fahrzeug am Flughafen ab und nehmen den Shuttle zum Holidaypark zurück. Nun verbringen wir 5 Tage mit
Bildauswahlsendungen zusammenstellen, auf den Landy warten und wohnen. Der soll ja am 1.Mai hier eintreffen. Das
Fernsehprogramm hier ist sehr interessant. Wir haben hier schon Stockinger, Komissar Rex, Dresden Teil1, eine Doku über die
Lawinenkatastrophe in Galtür, die Tradition des Maibaums in Bayern (alles in Deutsch mit englischem Untertitel), die Bundesliga-Ergebnisse und die 4:0 Bayernschmach im UEFA-Cup gesehen. RESPEKT!
Allerdings sind wir froh, nach 5 Tagen wieder einen Mietwagen zu haben und mit Zelt der Great Ocean Road entlang in Richtung
12 Apostel und dann zum Grampians NP aufzubrechen. Allerdings ist das Wetter hier sehr schlecht und ziemlich kalt. Wir fahren
einige Highlights an und sind uns bewußt, daß wir nochmals bei besserem Wetter zurückkehren müssen, um besser mit dem Licht arbeiten zu können. Hier ein paar Eindrücke von der Great Ocean Road:
Hier noch ein paar Bilder von den Grampians: In den Grampians haben wir auch die ersten Känguruhs (ein Wallaby), Papageien und Kookaburras, eine großen Eisvogelart, gesehen. Allerdings sind wir uns einig: Auch hier müssen wir unbedingt nochmals bei besserem Wetter her. Bei dieser Gelegenheit haben
wir auch gute Tips bekommen, um Koalas zu fotografieren. Auch das verschieben wir auf ein anderes Mal. Wichtiger ist, daß
unser Landy wieder da ist, und daß es endlich richtig losgehen kann. Allerdings ist es uns zum ersten Mal auf unserer Reise
möglich, ein Lagerfeuer zu machen. Und bei den abendlichen Temperaturen haben wir das auch bitter nötig. Sheesh! Jetzt können wir sagen: Wir waren ‘Bushcamping’.
Am 2. Mai endlich der ersehnte Anruf von unserem Agenten. Allerdings mit schlechten Nachrichten: Er benötigt noch für den Zoll
Unterlagen, und er sagt uns auch, daß es noch mindestens eine Woche dauert, bis wir das Fahrzeug das erste Mal sehen
können. So lange dauert es, bis der Container zum Entladepunkt transportiert wird und ein Termin mit Zoll und Quarantäne
gemacht werden kann. Und dann muß er noch ohne Beanstandungen durch die Quarantäne kommen, ansonsten dauert es noch länger!
Das haben wir in Neuseeland alles an einem Tag geschafft! Betrübt geben wir unseren Mietwagen ab und richten uns, bei
immernoch schlechtem Wetter erneut bei Ashley Garden Big4 in einer Cabin ein und bearbeiten Bilder aus Neuseeland. Arbeit
haben wir mit denen noch genug! Allerdings zieht sich das Thema ‘Warten auf Landy” durch unsere Reise durch wie ein roter Faden. Wir hoffen, daß dies irgendwann besser wird... Irgendwann...
Hoffentlich... See Ya!__________________________
Noch eine Information zu den Reiseberichten. Da wir unser Reisetempo hier etwas drosseln werden, werden wir nun in Australien zu Monatsberichten übergehen. |